Es ist Sonntag, wir sitzen mit Freunden im Salon, und es duftet nach Kaffee und frisch gebackenen Muffins. Draußen leuchten die vielen Glasfassaden der Skyline von Bremerhaven in der Sonne – endlich mal kein Regen :-) Wir sind also gut angekommen in unserem Winterquartier. Aber von Anfang an: Seit unserer Ankunft in Bremen ist viel passiert und wir hatten wenig Zeit zum Blog-Schreiben.
Sonne in Bremerhaven
Direkt nach der Ankunft haben wir angefangen, uns um die vielen Baustellen an, auf und in TamTam zu kümmern. Als erstes haben wir die Elektrik überarbeitet, viele überflüssige Kabel aussortiert und ein wenig Ordnung in das Chaos gebracht. Wie immer bei alten Schiffen: viele Vorbesitzer – viele überflüssige Kabel. Der Silentwind Windgenerator wurde eingeschickt und überholt, da sich die Pulverbeschichtung großflächig vom Gehäuse gelöst hatte. Trotz abgelaufener Garantie wurde das Gehäuse auf Kulanz ausgetauscht – ein toller Service.
Der neue Silentwind Generator
Auch der Plotter im Cockpit wurde abgebaut und das uralte Radar am Mast haben wir demontiert. Für uns hat der dicke Röhrenmonitor einfach zu viel Platz und Strom verschwendet, auch wenn ein Radar ansonsten eine schöne Ergänzung zur Sicherheitsausrüstung ist.

Irgendwann war es soweit und wir mussten uns Gedanken über eine Heizung machen, schließlich war der Winter nicht mehr weit. Unsere Wahl fiel wieder auf die Planar Luftstandheizung, diesmal allerdings mit 4Kw. Wir sind zwar durch Zufall vorher an einen Refleks Dieselofen gekommen, aber wir konnten beim besten Willen keinen günstigen Einbauort finden. Der Einbau der Planar Heizung gestaltete sich diesmal aber auch nicht so leicht wie bei der Albin Ballad. Allein einen geeigneten Ort zu finden, um sie zu befestigen, dauerte ganze drei Tage. Da wir in jeder Kabine mindestens einen Luftauslass haben wollten, tüftelten wir über eine Woche herum, bis wir die Luftschläuche (insgesamt 10 Meter) geschickt verlegen konnten und aus jedem der sechs Luftaustrittsdüsen warme Luft kommt.
Warmluftschlauchboaconstriktor :-)
Die Inneneinrichtung war dafür nicht gedacht und jedes bisschen Platz schon perfekt genutzt. Es ist immer ein blödes Gefühl, so viele Löcher in intakte Schotten, Schrankwände, etc. zu sägen :-) Aber letztendlich ist sie gut integriert und die Luftleitungen dick isoliert.

Um nicht gegen die kalten Aussentemperaturen anzuheizen, war es dann auch mal wieder Zeit für eine anständige Isolierung. Zwar hat die Werft einen Großteil des Rumpfs mit Leder verkleidetem Kork oder Schaumstoff isoliert, die Dämmwirkung ist aber eher bescheiden. Also hieß es für uns, in tagelanger Arbeit das Leder und den Kork abzukratzen. Eine unglaubliche Sauarbeit und ziemlich anstrengend :-)
Korkklebermix entfernen
Es lohnt sich aber spürbar, nachdem wir mittlerweile einen Großteil mit Armaflex und teilweise mit Xtreme Isolator von Reimo beklebt haben, ist das Raumklima deutlich angenehmer und die Heizung muss nicht mehr so hart arbeiten, um die Temperatur von 21 Grad zu halten. Kondenswasser ist demnach auch kein Thema mehr.
Noch nicht verkleidete Isolierung im Vorschiff
Ganz fertig sind wir zwar noch nicht, aber es wird so langsam. Bis jetzt haben wir das Vorschiff, den Salon und das Bad isoliert und trotzdem mittlerweile schon etwa 22qm Isolierung verarbeitet. Auf der alten TamTam haben wir für das komplette Boot nur etwa 12qm gebraucht. Die beiden Achterkabinen nutzen wir zurzeit nur als Abstellkammern und überlegen, ob wir sie erst nächstes Jahr isolieren, wir werden sehen.Überführung nach Bremerhaven
Zwischendurch stand dann noch die Überführung in unser jetziges Winterlager in Bremerhaven an. In Bremen gab es dieses Jahr keinen geeigneten Liegeplatz und so fiel unsere Entscheidung auf die Lloyd Marina in Bremerhaven. So sind wir immer noch in der Nähe von unseren Freunden und Familien, können aber täglich den Blick aufs Meer genießen. Wir sind sehr zufrieden mit dem neuen Liegeplatz. Der Hafen ist günstig, sehr modern ausgestattet, hat eine gute Infrastruktur und man liegt sehr geschützt. Wir haben sogar einen eigenen Parkplatz für den Bulli.
TamTam in BremerhavenNeben der ganzen Bastelei und der üblichen Arbeit, hat Birte ihren ersten Roman „Enya – Windsbraut“ überarbeitet und es steht kurz vor der Veröffentlichung. Gerade die Schlussphase war jetzt nochmal sehr spannend und trotz sorgfältigem Lektorat und Satz finden sich immer wieder Punkte die angepasst, bzw. überarbeitet werden müssen, bevor er in den finalen Druck geht. Ab Anfang Dezember ist er aber endlich im Handel erhältlich.

Hier gibt es noch ein paar Bilder:

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Ein Kommentar zu “Wintervorbereitungen”

  1. 1 Valeriy
    26. 11 2017

    Good job! You have an excellent crew;)


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