“Warum lasst ihr euch denn soviel Zeit für den Heimweg?”
Die Frage wird uns immer häufiger gestellt, oft auch mit einem leicht spöttischen Unterton. Die einfachste Antwort wäre: “weil wir es können!” ;-)
Die ausführlichere Antwort sieht aber etwas anders aus.
Wir leben an Bord, nicht nur für den Sommer sondern wirklich immer. Wir haben seit über zwei Jahren keine Wohnung mehr – unser Boot ist unser Zuhause. Einen wirklichen Heimathafen gibt es auch nicht. Wir haben Glück und können ortsunabhängig Arbeiten. Wieso sollte man diese erlangte Freiheit damit beschneiden, sich zu hetzen und schnell nach Bremen zu segeln, wo wir den kommenden Winter verbringen werden und nötige Arbeiten am Schiff erledigen wollen? Es gibt unterwegs einfach zuviel zu sehen und zu entdecken, tolle Menschen kennenzulernen und wiederzusehen. Uns ist es wichtig die Zeit zu genießen.
Ein einsamer Steg im Veerse Meer
Unterwegs zu arbeiten bedeutet aber auch, ab und zu ein gutes Wetterfenster nicht zu nutzen und sich mit dem Laptop unter Deck zu verkriechen. Schade um das Wetterfenster, aber immer noch schöner als aus dem Bürofenster zu schauen und vom Segeln zu träumen :-)
Arbeiten an Bord
Der Umgang mit dem Boot ist komplett anders, als während eines Urlaubstörns für ein paar Wochen. Es gilt genauso, wie man es vom Leben in der Wohnung kennt, einen Alltag zu gestalten. Scheinbar einfache Aufgaben können tagesfüllend sein. Wäschewaschen, einkaufen gehen, gutes Essen finden, Gas zum Kochen besorgen, usw…  können sich ohne Auto sehr in die Länge ziehen. Für uns ist das Schiff nicht mehr länger ein “Sportgerät” oder ein segelndes Wochenendhaus, sondern unser Zuhause. In dem wollen wir uns wohl fühlen und komfortabel ohne Campingcharakter wohnen.
Waschtag
Wir konnten uns es früher nie vorstellen, aber wenn das Leben an Bord Alltag geworden ist, gibt es auch mal Tage, an denen man einfach keine Lust hat zu segeln. Sei es wegen einer Erkältung o.ä oder auch weil man mal nicht in der Stimmung ist und Lust auf was anderes hat. Genug Ablenkung findet sich fast an jedem Ort, wenn man genug Zeit hat – und die haben wir :-)

Derzeit sind wir in Den Helder, haben einen fälligen Großeinkauf erledigt und vier Maschinen Wäsche gewaschen :-) Was in den letzten Wochen so passiert ist seht ihr in der Bildergalerie:

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5 Kommentare zu “Unterwegs Zuhause”

  1. 1 Thorsten Wojtas
    13. 08 2017

    Hallo ihr beiden verfolge schon länger euer Langzeit Abenteuer, bin selber bei zahlreichen Ausbildungs Törns in eurem jetzigen Segelrevier unterwegs gewesen und kann gut nachvollziehen das man dort noch viel entdecken erleben und kennenlernen kann. Dabei noch ganz viel Spaß viele Grüße aus dem Rheinland von Thorsten und Anke

  2. 2 TamTam
    14. 08 2017

    Hallo zurück :-)
    Ja, das Revier hier ist wirklich schön und hält immer wieder neue Überraschungen für uns bereit :-) Euch auch viel Spaß bei zukünftigen Segelabenteuern, Grüße von Nico und Birte

  3. 3 Hartmut Klarmann
    18. 08 2017

    Hallo Ihr zwei glücklichen, Ihr habt vollkommen recht, denn nur so macht es erst richtig Spaß.
    Ich hab übrigens meinen Wohnwagen verkauft, jetzt ist nur noch der Passat Variant TDI 4 Motion Comfortline m. Vollausstattung (o. Schiebedach) dran, aber das wird sicherlich nicht so schwer.
    Das heißt, das ich jetzt auch bald auf dem Boot (muss ich noch auswählen) leben werde.
    Weiterhin viel Spaß u. immer die berühmte Handbreit unterm Kiel.
    Es Grüßt Hartmut aus Piding

  4. 4 TamTam
    18. 08 2017

    Hallo Hartmut,
    vielen Dank und viel Erfolg beim Verkauf des Autos, damit Du auch endlich aufs Wasser kommst :-)
    Viele Grüße aus Holland

  5. 5 Hartmut Klarmann
    22. 08 2017

    Na das war ja ein Großer Satz, von Den Helder direkt nach Bremerhafen, schon fast zu Hause !!!
    Gruß aus Piding, hab meinen Wohnwagen verkauft, jetzt noch den Passat, dann kann es zum Boot aussuchen losgehen.
    Hartmut


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