TamTam im Nebel

TamTam im Nebel

Endlich war es soweit. TamTam war startklar, die Wettervorhersage hat Sonne und schönen Westwind vorhergesagt, also ging es in aller Frühe los mit dem Ziel Fecamp. Noch kurz zum Tanksteg, was bei Niedrigwasser recht umständlich war, da die Zapfsäulen an Land (also in 6 Meter höhe stehen). Hat aber alles geklappt 🙂
Von der Zapfsäule nach unten fotografiert
Schon im Vorhafen merkten wir, dass die Wettervorhersage überhaupt nicht passte. Der Wind kam direkt aus ost – also genau aus der Richtung in die wir wollten. Es zog Nebel auf und fing auch noch an zu regnen. Kurz überlegten wir, umzukehren und die Abfahrt zu verschieben. Wir entschlossen uns, erstmal ein Stück weiter rauszufahren und sehen ob sich das Wetter bessert.
Nebel zieht auf, Cherbourg verschwindet im Dunst
Dem war leider nicht so, aber irgendwann war es dann auch zu spät, um wieder zurück nach Cherbourg zu fahren. Die Strömung schob uns schon mit über 5 Knoten. Gegen den Wind im Nebel 80 Meilen nach Fecamp zu kreuzen kam nicht in Frage, wir haben es ja nicht eilig. Also hieß das nächste Ziel St.Vaast, eine Strecke von ca. 30 Meilen und auch im Nebel gut machbar. Gerade angekommen, löste sich der Nebel auf aber der Ostwind blieb. Der Hafen ist nur bei Hochwasser zu erreichen und wird bei Ebbe durch ein Tor verschlossen. Dadurch bleibt immer genug Wasser im Hafenbecken, so dass man nicht trocken fällt. Eigentlich eine tolle Sache, nur leider öffnen sich die Tore zu Zeiten, an denen draussen Gegenstrom herrscht, wenn man Richtung Osten will. Das Segeln im englischen Kanal ist halt manchmal etwas umständlich 🙂
Die Hafenausfahrt von St. Vaast bei Ebbe
St. Vaast liegt in der Normandie. Jedes Jahr wird anfang Juni die Befreiung im zweiten Weltkrieg gefeiert und die Orte sind mit den Flaggen der Alliierten geschmückt. Immer wieder fahren alte Willys Jeeps, Armeemotorräder mit Beiwagen, aber auch Schwimmwagen und Wehrmachtskübel durch die Straßen, wie zu Zeiten des Dday. Gerade Nico als Oldtimer Schrauber konnte sich nicht satt sehen. Als Zeichen der Freundschaft sind viele deutsche Flaggen gesetzt und es herrscht eine ausgelassene Stimmung.

Ein alter Willys Jeep von 1943
Um möglichst wenig Gegenstrom bei der Weiterfahrt zu haben, suchten wir uns einen Tag mit Niptide aus und segelten bei schönstem Wetter am Omaha- und Utahbeach entlang nach Ouistreham. Das erste mal konnten wir die Segeleigenschaften unserer neuen TamTam über eine längere Strecke testen. Wir wurden wieder nicht enttäuscht: bei 3-4 Bft. halben Wind machten wir häufig über 6 Knoten Fahrt über Grund, trotz Gegenstrom. Wir sind zufrieden, gerade wenn man das Alter und den Zustand der Segel bedenkt 🙂
Tolles Segelwetter. TamTam läuft super!
Leider mussten wir feststellen, dass unsere Verbraucherbatterien ihr beste Zeiten hinter sich haben. Nach zwei Stunden unter Autopilot und mit den üblichen Verbrauchern (Ipad, AIS, VHF, usw…) hatten sie nur noch eine Spannung von 9,8 Volt. Selbst der Windgenerator und das Solarmodul konnten da nichts mehr ausrichten. Zum Glück gibt es in Ouistreham gut sortierte Yachtausrüster und wir konnten das Batterieproblem lösen.
Die neue Verbraucherbatterie
Neben der Batterie mussten wir auch die komplette Verkabelung und die Anschlüsse sowie die Halterung der Batterien tauschen, da nichts mehr gepasst hat. Zum Glück liegen wir dieses Jahr nicht wieder aussen im Päckchen, sonst wäre die Batterieschlepperei ziemlich aufwändig geworden, zumal wir für den Bau der neuen Halterung zum Sägen oft auf den Steg mussten.
Da die Schleusen in Ouistreham gerade überarbeitet werden dazu auch noch ein dickes Tief mit ordentlich Wind durchgezogen ist, sind wir froh die Zeit gut genutzt zu haben. Ein Großeinkauf war auch mal wieder fällig, der Carrefour ist allerdings mal wieder am Stadtrand und dementsprechend weit mussten wir laufen. Nach dem Motto: „Hast du Zeit, ich kenne eine Abkürzung“ schafften wir es, die etwa drei Kilometer lange Strecke auf sieben Kilometer auszudehnen. Unterwegs haben wir uns geschworen, dass die nächste größere Anschaffung ordentliche Bordfahrräder sind. Platz haben wir jetzt ja genug 🙂

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