Viel Wind in Den Helder
Im letzten Blogbeitrag haben wir noch beschrieben, warum wir uns Zeit lassen. Wer uns allerdings bei Marinetraffic verfolgt hat, dürfte sich gewundert haben. Wir sind in einem Rutsch von Den Helder nach Bremerhaven durchgesegelt – gut 180 Seemeilen. Eigentlich wollten wir von Den Helder nur nach Vlieland, aber es gab, wie so oft in der Hauptsaison, keine freien Plätze mehr. Wir entschlossen uns spontan, die Nacht durchzufahren. Die Wettervorhersage passte recht gut – es sprach also nichts dagegen.
Abendstimmung
Während eine Insel nach der anderen an uns vorbeizog, ging die Sonne unspektakulär unter. Dank Neumond wurde es recht früh ziemlich dunkel. Dafür bot sich uns ein unglaublicher Sternenhimmel, wie man ihn nur auf See erleben kann. Der Horizont war nicht mehr zu erkennen, die Sterne spiegelten sich auf der Wasseroberfläche und wir schwebten hindurch. Die Gischt leuchtete türkis, so ein schönes Meeresleuchten haben wir das letzte mal vor Guernsey erlebt. Alle Versuche, es zu fotografieren, misslangen mal wieder, dafür haben wir nun etliche schwarze Fotos :-)

Viel Zeit zum Genießen blieb leider nicht, da ungewöhnlich viel Verkehr herrschte. Die Emsmündung, war zwar schnell gequert, dafür wurden neue Kabel für die vorgelagerten Windparks gelegt. Wir wurden über Funk angewiesen, unseren Kurs zu ändern und mindestens eine Meile Abstand zu halten. Da diese Order auch für die gesamte Berufsschiffahrt galt, war es wichtig, aufmerksam zu bleiben und immer wieder den Kurs zu korrigieren. Auch wenn wir uns mit den Wachen abgewechselt haben, gab es nicht viel Schlaf.Sonnenaufgang vor Norderney
Als Norderney querab lag, ging die Sonne in ihren kitschigsten Farben wieder auf. Es wurde wärmer, der Wind frischte auf und wehte konstant aus Nord. Also entschieden wir, die knapp 60 Meilen direkt weiter nach Bremerhaven zu segeln. Eine Pause auf Norderney war zwar verlockend, aber die Wettervorhersage für die nächsten Tage war nicht besonders gut und wir hätten ein paar Tage auf der Insel verbringen müssen. Norderney ist zwar schön, aber die Vorfreude auf Bremen war ziemlich groß.

In der Wesermündung war wieder aussergewöhnlich viel Verkehr, gerade wenn sich zwei Frachter begegnen wird es eng. Man muss durchweg konzentriert Ruder gehen und die entsprechenden Funkkanäle abhören.Ein Saugbagger zieht dicht vorbei - kurz vor Bremerhaven
In Bremerhaven gönnten wir uns einen Tag Pause, bevor wir die letzten 35 Meilen die Weser hoch nach Bremen in Angriff nahmen. Zum Ende unserer Reise hatten wir noch mal einen richtig tollen Segeltag. Der Wind kam für Weserverhältnisse konstant aus Norwest mit 4-6 Windstärken. Also konnten wir die gesamte Strecke Segeln, die Weser von ihrer schönsten Seite erleben und die tolle Landschaft genießen.Wie auf Schienen über die Weser :-)
Erst ca. 100 Meter vor unserem Liegeplatz starteten wir den Motor. Gerade angelegt, trafen wir gleich viele Freunde und unsere Familien. Es gab von allen Seiten viel zu erzählen und jeder wollte die neue TamTam begutachten.
Mittlerweile sind wir aber auch mental wieder in Bremen angekommen und widmen uns einigen Bootsprojekten. Der Winter ist leider nicht mehr weit weg und das Schiff muss vorbereitet werden. Dazu aber mehr im nächsten Blogbeitrag…

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