Allgemeines

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Das Thema „Wohnen an Bord“ erhält immer mehr Aufmerksamkeit. Die deutsche Facebookgruppe „Wohnen an Bord – live aboard“ erfreut sich immer größerer Beliebtheit und es findet ein interessanter Austausch statt, zwischen Seglern die schon an Bord wohnen und denen die überlegen zukünftig ihren Wohnsitz aufs Wasser zu verlegen.
Es gibt verschiedene Literatur in Form von Büchern, Artikeln oder auch Blogbeiträgen, die das Thema behandeln und Tipps und Ratschläge geben. Kein Wunder – gibt es doch zahlreiche verschiedene Wege, wie man das Thema angehen kann. Manche sehen es als Ausstieg aus der Gesellschaft, einige sind einfach irgendwie reingerutscht, oder aber man macht es ganz bewusst, weil man Lust dazu hat. Dies sind aber nur ein paar Beispiele – Gründe und Ansichten gibt es viele.

Für uns persönlich ist es kein Aussteigen, sondern eher ein Umsteigen. Wir waren schon immer gerne unterwegs, sind viel gereist und lieben das Bordleben. Irgendwann merkten wir, dass wir selbst nach einem sechswöchigen Segelurlaub, wenig Lust verspürten wieder in unsere Wohnung zu ziehen und das Boot zurückzulassen.
Womit ein wichtiger Punkt genannt wurde: Man muss das Bordleben wirklich mögen und sich bewußt machen, dass es teilweise umständlich ist.

Viele Bücher und Zeitungsartikel romantisieren das Leben an Bord. Auf Fotos sieht man die urig beleuchtete Kajüte, das Teewasser kocht auf dem Herd und die Crew sitzt mit einer kuscheligen Wolldecke unter Deck und liest ein Buch. Diese Momente gibt es zwar wirklich und sie sind tatsächlich sehr schön – nur sind sie eher selten.

Leben an Bord heisst auch Alltag an Bord – und der unterscheidet sich meist nicht vom Landleben. Arbeiten, einkaufen, wäschewaschen, Arzttermine, usw… gibt es weiterhin. Vieles ist zeitaufwändiger und umständlicher. Im Winter hat die Heizung Durst und braucht regelmäßig Nachschub in Form von Diesel. Das Wasser kommt erst aus dem Wasserhahn nachdem man den Wassertank aufgefüllt hat (was im Winter manchmal schwierig sein kann), die Wäsche muss meistens ein paar Kilometer entfernt gewaschen werden und manchmal frieren einem auf dem Rückweg vom Duschhaus die Haare ein 🙂

Dessen sollte man sich bewusst sein und es gerne in Kauf nehmen.
Für uns überwiegen die schönen Momente deutlich. Zu wissen, dass man jederzeit die Leinen lösen kann und wieder Neues zu sehen bekommt, ist unsere persönliche Freiheit. Wir lernen interessante Menschen kennen, es entwickeln sich Freundschaften entlang der Küstenlinie und es wird selten langweilig. Die Herausforderung auch von unterwegs den Alltag zu bewältigen ist spannend und vielfältig.
Unsere neue TamTam haben wir jetzt fast ein Jahr, seitdem hatten wir über 40 Gäste aus aller Welt an Bord, die wir vorher nicht kannten und nie kennengelernt hätten. Das geht mit einer Wohnung nicht so einfach 🙂

Zum Thema Finanzen:
Wir hören immer wieder die Frage, wie wir uns das überhaupt leisten können. Eigentlich ist es eine ganz einfache Rechnung. Wenn man sich ein Boot trotz Wohnung leisten kann, dann kann man es sich ohne Wohnung erst recht.
Vor ein paar Tagen haben wir mal zusammen gerechnet wieviel Miete wir seit 2015 bezahlt hätten, da kam schon eine ordentlich Summe zusammen. Da waren noch nicht einmal wohnungsbezogene Nebenkosten wie z.B. Versicherungen eingerechnet. Aber dieses Thema wird noch in einem späteren Beitrag genauer bearbeitet.

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