Sommertörn Teil1
Mit einer Woche Verspätung ging unser Urlaubstörn am Sonntag endlich los.
Vorher mussten noch einige Dinge am Schiff fertig gebastelt werden, und Nico hat direkt am ersten Urlaubstag eine schöne Sommergrippe bekommen, die auskuriert werden wollte.
Von Kopperby aus wollten wir erstmal nur weg - egal wohin und der Wind kam aus östlichen Richtungen, also ab nach Norden. In Schleimünde, wir liefen noch unter Motor und waren gerade am Überlegen wann wir wohl Segel setzen wollen, da kam plötzlich eine Jeannaeu Rush ganz dicht an uns heran und der Skipper fragte ob unser Solé Diesel gut läuft - er kannte uns über diesen Blog. Sehr nett, wir haben uns über die kurze Begegnung sehr gefreut!
An diesem ersten Tag hatten wir auch gleich richtig schönen Wind zum Segeln, unterwegs kam ein Schweinswal vorbei und wir ließen uns von der Windsteueranlage die 47 Meilen nach Arösund kutschieren.

Am Ende des Tages waren wir müde, aber glücklich, dass das Basteln endlich ein Ende hatte und dass wir offensichtlich alles richtig ein- bzw. umgebaut haben - jedenfalls segelte TamTam besser denn je.
Natürlich ging es am nächsten Morgen voller Elan gleich früh weiter. Kaum aus der Hafeneinfahrt heraus, waren Großsegel und Genua auch schon oben. Ein Blick zurück sagte uns dann aber schnell, dass wir mal lieber in Ruhe hätten frühstücken sollen - der Himmel war von einer Minuten auf die andere Tiefschwarz und dann hörten wir auch schon den Donner.

Mist, der Wind nahm schnell auf etwa 7-8 bft. zu, sodass wir das Großsegel komplett bargen, um nur unter Vorsegel vorm Wind abzulaufen, was in der Enge zwischen den Inseln recht knapp wurde. Eine andere Yacht hatte offensichtlich mehr Schwierigkeiten beim Segel bergen und kam uns nach einigen wirren Kreismanövern mit flatternden, halb eingedrehten Segeln unter Motor entgegen. Einige Sekunden später schlug ein Blitz ein, und zwar in eine Untiefentonne, ca. 100 Meter voraus! Glück gehabt, uns hat er verschont!
Kurz darauf war der Spuk auch schon vorbei und wir setzten unseren Weg Richtung Norden fort.
Bei Middelfart sahen wir noch jede Menge Schweinswale und landeten am Ende des Tages in Juelsminde. Hier blieben wir glatt einen Tag, weil das Wetter wieder sehr "gewittrig" werden sollte und es in Strömen regnete.

Mittwoch machten wir uns dann auf den Weg, doch lieber Richtung Osten, weil wir hoffen, hier etwas mehr Wärme und weniger Regen und Gewitter zu haben. Leider passte der Wind nicht so richtig und wir kreuzten den ganzen Tag gegen ordentlich Wind und Strömung durch den großen Belt.

Ziemlich abgekämpft und durchgefroren kamen wir bei Vollmond in Kerteminde an. TamTam sah mal wieder aus als wäre nichts gewesen.

Von da aus machten wir am nächsten Tag einen kurzen Trip nach Nyborg (mal wieder begleitet von Donnern und Blitzen) und waren ganz begeistert von dem schönen Stadthafen.

Nun sind wir nach einem Tag mit Sonne, Wind, Flaute und Hitze (in dieser Reihenfolge) in Stubbeköbing angekommen und freuen uns über den plötzlichen Anflug von Sommer.








Kommentare
ob die Rush "Lebhaft" hieß, wissen wir nicht mehr so genau, aber sie hatte Roermond als Heimathafen.
Viel Spaß in Holland :)
hieß die Rush "Lebhaft"? Mit Franz und Be bin ich ein ganzes Stück gen Norden gefahren von Simrishamn bis Oskarshamn. Das sind echt nette. Witzig, wie klein die (Segel-) Welt so ist...
Übermorgen gehts auf den Frachter ins geliebte Holland!
Gruß aus Helsinki
Alex
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