Archiv: Februar 2016

Endlich haben wir es mal geschafft, ein bißchen Videomaterial zusammenschneiden. Erstmal gibt es eine kleine Zusammenfassung, aber wenn wir es schaffen, folgen nach und nach längere Videos der einzelnen Etappen. Wie wir das dann hochgeladen bekommen, ist allerdings noch fraglich. Dieses Video hat schon 7 Stunden gebraucht…

Schon Tage vorher wurde der erste richtige Frühjahrssturm vorhergesagt. Wir hatten schon öfter mal Starkwind oder auch Sturm, aber diesmal sollte er drei Tage anhalten. Überall im Hafen wurden zusätzlich Leinen und Fender ausgebracht, die Kaimauer die den Aussenhafen mit dem Innenhafen verbindet wurde abgesperrt.

Deshalb wurde die Straße gesperrt.
Die Wettervorhersage stimmte auf die Stunde genau und so wurden wir mitten in der Nacht geweckt, als sich TamTam ruckartig auf die Seite legte und kräftig durchgeschüttelt wurde. Die Böen klangen wie ein anrollender Güterzug und fühlten sich auch fast so an. Die nächsten Tage wurde das Bordleben selbst im Hafen ungemütlich. Das Geschirr und andere Dinge rutschten ständig vom Tisch, wenn man mal wieder vergessen hatte Antirutschmatten unterzulegen. Das schrille pfeifen der Wanten machte es kaum möglich sich zu unterhalten und es wurde ungemütlich kalt. Wir hatten insgesamt sieben Festmacher draußen, die nun alle ausgetauscht werden müssen, weil sie ziemlich aufgescheuert sind (trotz Schutzschläuchen), bzw. sich auflösen.

Kleine Anekdote: als Nico versuchte aus den tiefen der Pantry einen Topf zu fischen, kam unvermittelt ein starke Böe, die TamTam im Einklang mit dem starken Schwell plötzlich sehr weit auf die Seite legte. Er verlor das Gleichgewicht und prallte mit dem Gesicht gegen den Schrank. Ergebnis: eine schickes blaues Auge. Tut zum Glück nicht besonders weh, sieht nur verrucht aus ;-)

Das Meer kommt fast die Klippen hoch

Trotzdem machten wir uns auf den Weg zu den Klippen auf der Westseite von Camaret sur Mer um das Naturschauspiel im vollen Maße zu erleben. Dort angekommen war es kaum möglich auf der Stelle zu stehen, geschweige denn einigermaßen sicher den Trampelpfad entlangzulaufen. Der Wind schubste uns ständig von links nach rechts und wieder zurück, die Fallböen kamen plötzlich mal direkt von der anderen Seite, so das man einige Ausfallschritte in alle Richtungen machen musste. Da es an den Klippen 30-40 Meter in die Tiefe geht, war es teilweise nicht ganz ungefährlich. Also hielten wir lieber einigen Abstand zur Abbruchkante und suchten bei den Schauerböen Schutz in den verschiedenen Bunkern.
Laut Windfinder sollten die Wellen knapp neun Meter hoch werden. Wer schonmal versucht hat, Wellen zu fotografieren, weiß aber wie ernüchternd das Ergebnis ist. Wir haben es trotzdem versucht und hoffen, dass man einen kleinen Eindruck vermittelt bekommt.