Archiv: Oktober 2015

Über L’Aber Wrac’h und Brest sind wir inzwischen in Camaret sur Mer.

 Camaret sur Mer

Hier warten wir auf gute Bedingungen um über die Biskaya zu segeln. Zu den guten Bedingungen gehört natürlich zu allererst ein gutes Wetterfenster, trotzdem sind auch andere Faktoren wichtig. Zum Beispiel muss die Besatzung fit sein. Seit ca. einer Woche liegt Birte mit einer dicken Erkältung richtig flach. Inzwischen klingt die Stimme zwar noch wie die, einer alten Kneipenwirtin, aber die Erkältung klingt ganz langsam wieder ab :-) Kommt drei Tage, bleibt drei Tage, geht drei Tage …

Die Einfahrt nach L'Aber Wrac'h

Die Bretagne gefällt uns gut, die Landschaft ist wild, aber die Leute herzlich. Vor allem haben die Franzosen in dieser Ecke ein gutes und selbstverständliches Verhältnis zum Wasser. Segeln und Kajak fahren sind sogar Schulfächer. In L‘Aber Wrac’h haben wir hunderte junger Bretonen in Optis, Jollen oder Kajaks, auf Hobie-Cats oder Surfbrettern gesehen. Wer nicht auf dem Wasser unterwegs ist, steht am Ufer und angelt oder grast bei Ebbe den Strand ab, um Muscheln und Angelköder zu finden.

Optisegler sind die Härtesten :-)

An jeder Ecke entdeckt man etwas Neues und von den schönen Stränden hier bekommen wir sowieso nie genug :-) Das Segeln in dieser Ecke ist wegen der starken Strömung etwas Planungsaufwändiger, was manchmal nervt. So kommt es leider dazu, dass wir recht viel motoren müssen, um den Zeitplan einzuhalten, den uns die Tide vorschreibt.

Hier ist noch Sommer

Wir hören viele Stimmen aus Deutschland die besorgt schreiben, dass wir schnell ins Warme segeln sollen. Sicherlich beginnt der Herbst und es gibt verschiedene Meinungen darüber, wann man wo sein, bzw. nicht mehr sein sollte. Aber hier ist es noch verhältnismäßig warm und vor allem scheint fast immer die Sonne! Nachts haben wir schon manchmal den Heizlüfter an, aber das hatten wir in den meisten Sommerurlauben auf der Ostsee auch ab und zu :-) Wir können uns also (noch) nicht beklagen.

Die Sonne am Strand genießen

Vom klassischen Herbstwetter kann man in der Bretagne Gott sei Dank nicht reden. „Hier ist das Klima immer gleich“, sagte uns der bretonische Stegnachbar. „Es wird im Sommer nie richtig warm, aber dafür im Winter auch nie richtig kalt.“ Deshalb kommen die meisten Schiffe hier im Winter auch nicht aus dem Wasser wie bei uns. Hier ist die Saison also nie so richtig vorbei, scheint es uns.

Wir sind auch nicht die Einzigen, die zu dieser Jahreszeit noch über die Biskaya wollen. Immer wieder treffen wir hier schwedische, deutsche und englische Crews auf dem Weg nach Süden, zum Beispiel Christoph mit Bordhund Lotte. Sogar eine deutsche Albin Ballad haben wir in L‘Aber Wrac’h getroffen und sind ein Stück mit ihr zusammen gesegelt :-)

Die Ballad "B.Cool" vor dem Phare du Four

Natürlich wollen auch wir weiter in Richtung Süden, aber Stress lassen wir deshalb nicht aufkommen. Termine und Zeitdruck haben wir bewusst in Deutschland zurückgelassen!