Die letzten Wochen ist viel passiert. Zum einen haben wir viel am Boot gemacht, aber es kam auch ein großer Auftrag rein, der unsere Zeit unter Deck am Rechner sehr in Anspruch nahm (die Bordkasse füllt sich leider nicht von selbst). Anschließend waren wir für ein paar Tage in Bremen und haben auf dem Rückweg am Tag der Wahl ein bißchen Zeit in Paris verbracht – sehr beeindruckend.
Eifelturm

Nun ist aber alles soweit, das wir die Tage aufbrechen können. Das neue (gebrauchte) Großsegel ist angekommen und passt perfekt – der Zustand ist besser als erwartet.
Die Rollanlage ist von der Reparatur bei Profurl zurück. Ein Tausch der Lager war nicht mehr möglich, da der Vorbesitzer sie zu oft mit den verschlissenen Lagern benutzt hat. Also wurde das komplette untere Gehäuse inkl. aller Lager, Dichtungsringen und Lagersitzen gegen Neuteile getauscht.
Die neue Profurl Rollanlage
Der Toppwirbel war ebenfalls nicht mehr zu retten und wurde auch erneuert. Zu unserem Glück war die Reparatur der Rollanlage Bestandteil des Vertrags und die Rechnung geht an den Vorbesitzer.

Endlich war es dann soweit und wir konnten einen Probeschlag bei tollem Segelwetter machen.
Tolles Segelwetter

Wir sind von den Segeleigenschaften und dem gesamten Handling sehr angetan. Die neue TamTam segelt sich agiler und und direkter als gedacht. Unter Segeln merkt man ihr die acht Tonnen Gesamtgewicht nicht an und die Radsteuerung reagiert direkt und ist sehr leichtgängig. Im Gegensatz zur Albin Ballad, segelt sie gerade auf raumen Kursen sehr angenehm und für unsere Verhältnisse ziemlich fix :-)
Die "Rade du Cherbourg"

Zwar hat die Genua ihre besten Tage hinter sich, aber wir hoffen, dass sie uns noch gut nach Hause bringt. Im Winter geben wir dann eine Neue in Auftrag.

Immer wieder wurden wir gefragt, wann wir denn wieder bei Marinetraffic zu sehen sind. Zwar war beim Kauf ein AIS Transponder vorhanden, leider konnten wir aber nicht unsere neue MMSI einprogrammieren, dafür hätte das Gerät zu Garmin geschickt werden müssen. Da wir uns später eh ein anderes System mit WLAN für das Ipad zulegen wollten, war der Plan nur im Empfangsmodus zurück nach Deutschland zu Segeln. Dort wollte wir uns dann in Ruhe das neue System einbauen. Nach viel hin und her, haben aber doch schon jetzt Nägel mit Köpfen gemacht und ein neuen AIS Transponder mit WLAN gekauft und eingebaut. In ein paar Tagen sollten wir auch bei Marinetraffic zu sehen sein, das dauert leider immer etwas.
Das neue Amec AIS mit WIFI Modul

Jetzt warten wir auf passendes Wetter, dann geht es wieder los zurück nach Bremen, mittlerweile das dritte Mal durch den englischen Kanal. Zwar ist es sehr verlockend, gleich wieder Richtung Süden abzubiegen, aber diesen Winter verbringen wir wieder an Bord in Bremen und bringen die neue TamTam auf Vordermann. Es gibt noch einige offene Baustellen :-)

 

 

 

…aber auch wirklich nur langsam.
Die gute Nachricht: durch Zufall haben wir ein recht gutes gebrauchtes Großsegel gefunden. Wenn wir uns nicht völlig vermessen haben, sollte es ziemlich gut passen. Es stammt von einer Najad 37 und ist nahezu identisch mit dem original Großsegel der First 375. Zurzeit ist es auf dem Weg zu uns und sollte Mitte nächster Wochen ankommen – wir sind gespannt. Auf jeden Fall freut sich unsere Bordkasse darüber, dass kein neues Segel in Auftrag gegeben wurde.

Eine weitere gute Nachricht, die Mechaniker haben unsere Rollanlage demontiert. Auf die Frage, wann wir sie denn repariert wieder bekommen, gab es eine ernüchternde Antwort: “So in zwei Wochen ungefähr, wir schicken sie zu Profurl und lassen sie dort überholen – wir haben nicht das passende Werkzeug dafür”.
Na toll, das hätten wir auch selber gekonnt – und darauf haben wir jetzt mehrere Wochen gewartet. Wie schon geschrieben, war die Reparatur der Rollanlage Bestandteil des Kaufvertrags. Der Vorbesitzer hat die Mechaniker beauftragt.

Egal, wir nutzen die Zeit um weitere Dinge zu erledigen.

Der in Bremen bestellte Lümmelbeschlag ist angekommen, nach dem er mit der Post ein paar Tage lang Paris umrundet hat. Ihn anzubauen, war eine Sache von ein paar Minuten. Eine ordentliche Nietzange konnten wir uns zum Glück hier vor Ort ausleihen.
Der Baum ist wieder dran...

Am Großbaum war ein Aluprofil verschraubt, welches auch noch ein Überbleibsel der Rollgroßanlage war. Die Schrauben waren leider abslout nicht zu lösen – sie sind eine feste Verbindung mit dem in die Baumnut eingeschobenen Profil mit den Gewindelöchern eingegangen. Also haben wir uns im Baumarkt eine Flex besorgt, um die Schiene vorsichtig zu lösen.
Noch hält die zweite Flex :-)

Nach etwa drei Minuten sprühte sie aber Funken, qualmte extrem und ging aus. Also wieder ab zum Baumarkt und eine bessere Flex besorgt. Nun ging alles recht schnell vonstatten, gutes Werkzeug macht sich eben bezahlt … dachten wir. Gerade bei der letzten Schraube angekommen, machte auch die neue Flex komische Geräusche, drehte langsamer und wurde heiss. Auf letzter Rille konnten wir die Schraube dann aber doch noch überzeugen aufzugeben, puhh. Der Baumarkt nahm die Flex wieder ohne Probleme zurück – Glück gehabt :-) Der Baum ist jetzt angebaut, Lazyjacks haben wir auch schon gebastelt – TamTam sieht langsam wieder aus wie ein Segelboot

Nun war es Zeit sich auch mal wieder um Kleinigkeiten zu kümmern, denn durch die Hau-Ruck-Aktion mit dem Mast, bzw. dem Rollgroß und dem Baum ist einiges auf der Strecke geblieben.
Nico hat zum Geburtstag einen Gasfernschalter geschenkt bekommen. Der Einbau war recht einfach und nun muss keiner mehr ins Cockpit zum Gaskasten und die Gasflasche auf- bzw. zudrehen. Sehr sicher und komfortabel, gerade bei schlechtem Wetter.
Der Gasfernschalter...

Schon in Bremen hatten wir neue LED-Positionslampen besorgt. Die alten Lampen waren echte Stromfresser und die Gläser schon recht blind. Der Akkubohrer hatte mal wieder gut zu kämpfen um die Löcher in die 4mm Edelstahlplatten zu bohren – es wird wohl langsam Zeit für einen Akkubohrer mit mehr Leistung :-)
Die neue LED Positionslampe...was für ein Unterschied

Aber neben der ganzen Bastelei am Schiff und der Arbeit am Rechner nehmen wir uns trotzdem immer mal wieder Zeit um die Gegend zu erkunden, bzw. mal abzuschalten.
Der schöne Strand von Siouville
Mit dem Bulli geht es immer mal wieder bei schönem Wetter an die verschiedenen Strände in der Umgebung. Zwar ist es noch nicht warm genug zum Baden oder Surfen, die Strände sind aber trotzdem phänomenal.

Geschafft, die Rollanlage ist ab. Insgesamt haben wir zwei Tage gebraucht, um die über 100 Nieten auszubohren, die das Rollprofil mit dem Mast verbinden. Birte hat im Bootsmannstuhl hängend ihr bestes gegeben und nicht einen Bohrer abgebrochen. Nico hatte die Aufgabe, Birte Stück für Stück hoch zu winschen und bei Bedarf wieder ein Stück herab zu lassen, dann wieder hoch… usw.
Noch können wir lachen :-)
Nervig war, dass der Akku vom Akkubohrer immer nach ca. 12 ausgebohrten Nieten leer war. Dann war eine Zwangspause angesagt, bis der Akku wieder aufgeladen war (ca. 1 Stunde). Anschließend hieß es wieder in den Mast klettern. So zog sich der erste Tag sehr in die Länge.
Am nächsten Tag haben wir uns einen zweiten Akkubohrer von unseren Nachbarn geliehen und neue Bohrer im Baumarkt besorgt. Schon ging es wesentlich flüssiger von der Hand. War der eine Akkubohrer leer, wurde er am Seil herabgelassen und gegen den anderen getauscht. Trotzdem dauerte es und unsere Arme wurden immer länger und länger. Zum Glück konnten wir die Profile in einzelnen Segmenten ablassen und mussten nicht alles in einem Stück herunter bekommen. Glücklicherweise sah der Mast unter den Profilen sehr gut aus, keine Korrosion, oder Ähnliches.
Halbzeit - am nächsten Tag geht es weiter
Wie immer waren wir die Attraktion am Steg. Wir liegen am Maklersteg und um uns herum liegen nur nagelneue Aluyachten um die 45 Fuß, die an ihre neuen Besitzer übergeben werden. Die Hilfsbereitschaft und das Interesse waren aber ziemlich groß.

Als wir endlich fertig waren, lag die alte Rollanlage sauber gestapelt auf dem Steg und wir hatte keine Ahnung, wohin mit dem Haufen Aluminium. Verkaufen machte wenig Sinn, da sie überholt werden musste und es kaum noch Ersatzteile gibt. Also haben wir alles abgeschraubt, was wir noch gebrauchen können und sie dann zum Recyclinghof gebracht. Dafür haben wir sogar noch einen Scheck über 25,44 Euro bekommen :-)
Ein Teil der Rollanlage liegt schon auf dem Steg.
Leider hat sich noch nichts neues zum Thema Großsegel ergeben, auch in Deutschland fängt die Saison an und die Segelmacher haben wohl viel zu tun. Da wir aber immer noch auf die vereinbarte Reparatur der Vorsegelrollanlage warten (der Vorbesitzer übernimmt die Kosten), ist das eigentlich nicht weiter schlimm – es wäre nur schön langsam ein bißchen Gewissheit zu haben. 

Manches klappt aber auch ziemlich unkompliziert. Da der Baum wegen der Rollanlage einen speziellen Lümmelbeschlag (Baum-Mast Befestigung) hatte, brauchen wir nun einen neuen. Die Anfrage beim örtlichen Riggbauer, ließ erahnen, dass es wieder mal lange dauert, bis man uns überhaupt einen Preis mitteilen kann.
Der alte Lümmelbeschlag
Also haben wir eine Mail mit zwei Fotos von unserem Mast und vom Baum (beides von Isomat) zu Hahnfeld-Masten in Bremen geschickt und unser Problem geschildert. Die Antwort kam prompt: “Das Teil haben wir hier auf Lager und kostet 150,-Euro, Versand nach Frankreich ist kein Problem”. Wir waren ganz überrascht wie unkompliziert sich manche Probleme lösen lassen – sehr schön.
Jetzt warten wir also auf den Lümmelbeschlag und auf die Reparatur der Vorsegelrollanlage. Gleichzeitig suchen wir weiter nach einem passenden Großsegel, bzw. warten auf ein Angebot.
Zum Glück haben wir den Liegeplatz am Maklersteg noch für längere Zeit. Liegegebühren fallen erstmal nicht an :-)