TamTam in Camaret

… so gut wie, auf jeden Fall. Der Vertrag ist unterschrieben und die Anzahlung auf unserem Konto.
Die Resonanz war ziemlich groß und wir hatten viel zu tun, die vielen Interessenten unter einen Hut zu bekommen. Einerseits sind wir traurig, sie abzugeben, andererseits aber auch froh, dass sie in gute Hände kommt und weiterhin viel erleben wird. Die Übergabe ist für Mitte März geplant.

Und dann? Viele Anfragen kamen schon wie es bei uns weitergeht, da wir dann ja kein Zuhause mehr haben. Entgegen einiger Vermutungen: nein, wir ziehen nicht wieder an Land. Eine neue TamTam wartet schon auf uns in Frankreich am englischen Kanal.

Die neue TamTam :-)
Direkt nach der Übergabe werden wir also den Bulli voll packen und uns auf den Weg in die Normandie machen. Dort werden wir die neue TamTam übernehmen und einziehen. Bevor wir sie nach Deutschland überführen, müssen aber noch ein paar Dinge erledigt werden. Mehr dazu bald hier :-)

Sonnenaufgang vor Guernsey

Einige haben es ja sicherlich schon mitbekommen, wir haben TamTam in einigen Portalen zum Verkauf angeboten. Der typische Satz: “Wir wollen uns vergrößern, daher verkaufen wir schweren Herzens…” trifft auch bei uns zu. In den letzten sieben Jahren haben wir tolle Reisen gemacht und viele unvergessliche Momente mit TamTam erlebt, aber auch viel gelernt und neue Erfahrungen gesammelt.
Wir würden uns sehr freuen, wenn sie in gute Hände kommt und noch viel erlebt, denn dafür haben wir sie ausgerüstet.
Hier geht es zur Verkaufsanzeige

Wie es bei uns weitergeht, wie sich unsere Suche nach einem größerem Boot gestaltet schreiben wir bald hier im Blog :-)

Sonnenuntergang auf der Weser

Wie einige vielleicht schon unserer Facebookseite entnehmen konnten, haben wir uns dazu entschieden weiterhin an Bord zu wohnen. Bisher konnten wir uns nie vorstellen, im Alltag und vor allem im norddeutschen Winter auf TamTam zu leben. Mittlerweile ist es aber genau andersrum: zurzeit  können wir uns nicht mehr vorstellen in einer Wohnung zu leben. Zu sehr genießen wir die Zeit an Bord, bzw. das Bordleben.

Nach unserer Rückkehr haben wir uns einige Wohnungen angeschaut, konnten uns aber nie wirklich für eine erwärmen. Es war immer das Gefühl im Hinterkopf, dass uns das Wasser, der Blick über den Hafen und auf andere Schiffe fehlen würde. Es ist erstaunlich wie ein Jahr Auszeit uns in dieser Hinsicht verändert hat. Früher dachten wir oft, dass es ja eigentlich schön wäre an Bord zu leben, aber es kam uns einfach zu umständlich vor. Es ist schwer die Komfortzone zu verlassen, wenn man sich erstmal daran gewöhnt hat.
Nun nach eineinhalb Jahren an Bord haben wir uns sehr an das Bordleben gewöhnt und uns eingespielt, dass uns kaum noch auffällt, das einige Dinge anders und manchmal auch umständlicher sind. Bei Minusgraden die Duschsachen zu packen und über den vereisten Steg zum Waschhaus zu schliddern, kostet schon etwas Überwindung, genauso wie das Nachtanken aus dem Kanister bei strömenden Regen. Die Dieselheizung hat nunmal Durst – sie läuft rund um die Uhr.

-9 Grad. Dank Standheizung ist es in der Kajüte trotzdem gemütlich.
Die schönen Momente überwiegen aber deutlich. Wir haben sehr nette Nachbarn, die ebenfalls das ganze Jahr an Bord wohnen. Es gibt immer einen netten Schnack wenn man sich auf dem Steg begegnet, manchmal trifft man sich auch zum Essen oder auf ein Bier an Bord. Jetzt in der Vorweihnachtszeit sind einige Boote mit Lichterketten geschmückt, was sein eigenes Flair hat. Es gibt immer wieder Momente, in denen wir beide aus dem Fenster/Niedergang schauen und feststellen, wie gut wir es haben.

Weihnachtsstimmung

Natürlich mussten wir TamTam etwas umrüsten, um komfortabel durch den Winter zu kommen.
Schon im Herbst haben wir eine Planar Standheizung eingebaut. Eine günstige Alternative zu den bekannten Herstellern wie Eberspächer oder Webasto. Wir sind absolut zufrieden, die Heizung läuft nun seit Wochen zuverlässig und verbraucht verhältnissmäßig wenig Diesel. Der Einbau hat etwa zwei Tage gedauert. Wenn wir das Schiff länger verlassen, schalten wir einen Keramikheizlüfter mit Frostwächterfunktion ein, der auf kleinster Stufe nur 450 Watt benötigt.

Die neue Planar Standheizung.
Zusätzlich haben wir nach und nach den kompletten Rumpf bishin zur Deckskante mit Xtreme von Reimo isoliert (insgesamt 18qm Isolierung haben wir gebraucht). Zum einen um die Wärme im Schiff zu halten, aber auch um Kondenswasserbildung vorzubeugen. Der Rumpf war (bevor wir isoliert haben) ab der Wasserlinie sehr nass. Nun ist aber alles richtig trocken und es herrscht ein angenehm trockenes Raumklima. Wichtig hierfür ist allerdings auch, dass die Standheizung ihre Frischluft von aussen bekommt, nur so wird es wirklich trocken an Bord. Zum Glück hat die Ballad ein Sandwichdeck, welches sehr gut isoliert, hier mussten wir nicht nacharbeiten.

Auch hinter den Schränken wird isoliert.

Auch wenn unsere Seeventile von TruDesign als Frostsicher gelten und wir nie unter null Grad an Bord haben sollten, haben wir sie (genau wie den Motor) mit Frostschutzmittel eingewintert. Die Kühlwasserleitung zum Motor haben wir mit einem gut zugänglichem Bypass versehen, so ist das Einwintern der Maschine eine Sache von wenigen Minuten.
Einfach einen Eimer mit Frostschutzmittel füllen, einen Schlauch an den Bypass aufstecken, das andere Ende in den Eimer halten und die Maschine laufen lassen bis der Eimer leer ist und schon sind der Motor, der Wassersammler sowie sämtliche Schläuche Frostsicher.
Einem Segeltörn an einem schönen Wintertag steht also nichts im Weg :-)